Informationen für Studenten

Auslandsstudium – Geld sparen

Ein in Deutschland eingeschriebener Student kann für Zeiträume von Auslandssemestern und Auslandspraktika die Aufwendungen für die dortige Unterkunft und Verpflegung dann steuerlich geltend machen, wenn er im Inland weiterhin einen eigenen Hausstand unterhält.

Ein eigener Hausstand liegt bereits dann vor, wenn ein WG-Zimmer am Studienort im eigenen Namen gemietet wird und sich dort auch der Lebensmittelpunkt befindet. Ein Indiz dafür ist der Hauptwohnsitz am Studienort. Der eigene Hausstand wird nicht dadurch aufgegeben, dass das WG-Zimmer während des Auslandssemesters untervermietet wird, um einen Teil der weiterlaufenden WG-Kosten zu decken.

Auch im Haushalt der Eltern kann ein eigener Hausstand vorliegen. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn z. B. ein Dachgeschoss im Haus der Eltern bewohnt wird und sich dort der Lebensmittelpunkt befindet. Stets ist eine finanzielle Beteiligung (mehr als 10 Prozent) an den laufenden Haushaltskosten notwendig.

Die Aufwendungen für das Auslandssemester sind in der Steuererklärung des Studenten zu erklären. Entweder wirken sich diese sofort steuerlich aus, wenn im gleichen Jahr noch andere Einkünfte zu versteuern sind (z. B. Vollzeitjobs während der Semesterferien) oder aber, die Verrechnung der Auslandssemesterkosten erfolgt in zukünftigen Jahren, in denen wieder Einnahmen aus einer beruflichen Tätigkeit zufließen.

Erststudium: Derzeit wird vor dem Bundesverfassungsgericht die Frage geklärt, ob Studenten die Kosten für das Erststudium in späteren Jahren abziehen können. Um sich diese Steuerspar-Möglichkeit offen zu halten, sollte auch während des Erststudiums eine Steuererklärung abgegeben werden. Wer über das Aufwand/Nutzen-Verhältnis nachdenkt: Erfahrungsgemäß reden wir hier über mehrere tausend Euro weniger Steuern. Die Abgabefrist beträgt grundsätzlich vier Jahre.